Ich bin wirklich für alles gewappnet. Gib mir das Motto "Fußball", "Filmfigur", "Sailor Moon" - ich kann versprechen, dass ich im perfekten Dresscode vor der Türe stehe und die meisten Menschen würden mich (hoffentlich) sogar erkennen. Das kann ich von mir sagen. Ich liebe Verkleiden und ich liebe Mottoparties, wenn man mal von dem Bad Taste- Thema absieht, und bin willig, mit Euphorie, Tatendrang und noch mehr Alkohol das Beste draus zu machen.
Bis kürzlich eine Einladung in meinem Postfach landete mit dem Motto: Sexy.
Man kennt ja die Pubertäts-Phasen, in denen man als Teenie alles ausprobiert, was mit Szenen, Cliquenbildung und dem Äußeren zu tun hat (wenn wir ehrlich sind, ändert sich das auch nicht wirklich). Ich entschied mich für ein paar Jahre für die Punk- und Metalszene, bis ich irgendwann feststellte, dass es (Überraschung) doch nicht so mein Ding ist, woraufhin ich mich anschließend doch in der coolsten Gruppe der Klasse wieder fand, mit der schon mal erwähnten
Tiffany-Kette und den schlechtesten Clubs Münchens. Natürlich auch den schlechtesten Clubs in Berlin, wie Q-Dorf und so ein Schuppen, der komplett weiß ausgestattet war, mit ganz schmierigen, komischen Menschen drinnen. Jedenfalls fühlte ich mich in dieser Phase meines Lebens wirklich nicht richtig. Ich hatte nie so hohe Schuhe an wie meine damaligen Freundinnen, nie so coole Oberteile wie sie und bekam auch irgendwie nie die Typen ab. Da war ich in meiner Punk-Zeit erfolgreicher.
Und nun die E-Mail mit diesem Motto. Als selbsternannte Kämpfernatur nahm ich die Herausforderung an. Nun brainstormte ich so vor mich hin, machte Tumblr an und gab in der Suche den Begriff "Sexy" ein - jeder der das noch nicht gemacht hat: es hat mir gar nicht geholfen, denn schließlich ist das Thema nicht "Porno". Ich öffnete meinen Kleiderschrank und durchforstete skeptisch meine Klamotten. Ein "Kleines Schwarzes" wäre für diesen Anlass passend, aber sowas hab ich nicht. Ich hätte ein "Großes Schwarzes". Nach längerem Kramen fand ich dann endlich das perfekte Teil - bei diesem Kleid dachte ich zwangsläufig an das nackte Kleid einer Sex and the City- Folge mit dem Zusatz, dass mein nacktes Kleid mit goldenen Pailletten besetzt war. Zu diesem kleinen Fummel brauchte ich auch definitiv keine High Heels mehr (die ich eh nicht besitze), da mein Outfit am Ende doch noch mit dem Thema "Porno" verwechselt werden könnte. Ich zog es an, sah mich im Spiegel an und musste lachen. Nein, nein, niemals werde ich das tragen. Ich bleib zu Hause.

Nach dieser Sexy-Konfrontation wurde mir wieder mal eines klar: Ich bin so nicht und war so noch nie. Ich hasste dieses Thema schon damals und ich bezweifle stark, dass sich da etwas in Zukunft ändern wird. Ich besitze keine High Heels, weil sie unbequem sind und jeder der mir da widersprechen möchte, lügt. Ich möchte keine größeren Brüste haben, ich brauche keinen Lip Gloss und keine Smokey Eyes. Auch nicht auf Motto Parties. Ich finde manche Mädchen sexy, aber die tragen etwas, was dem Gegenteil des herkömmlichen Sinnes "heiß" entspricht. Doch High Heels, oder Schuhe, die dem ähneln, die kaufe ich mir vielleicht doch mal in absehbarer Zeit. Einfach, weil ich gerne wenigstens ein Paar hätte. Weil ich es kann. Und weil es sich nicht läugnen lässt - aber ich bin nun mal ein Modeblogger.
Instagram++++++
Twitter++++++
Pinterest